Nach langem Ein- und Auspacken, Überlegen, was man wohl für eine solche lange Reise anziehen soll, war es soweit: Am zeitigen Sonntagmorgen trafen sich Waldenburger und Meeraner Schüler der Klassenstufe 10, um nach Vietnam aufzubrechen. Fast ein ganzer Tag Bahn- und Flugreise lagen vor uns, aber das schreckt bei einem solch spannenden Reiseziel natürlich nicht ab.

Am nächsten Morgen landeten wir in Hanoi - um wenig später den Flughafen als Millionäre zu verlassen. Ein günstiger Wechselkurs hatte uns prall gefüllte Portemonnaies beschert. Auf dem Weg zu unserer ersten Unterkunft gab es schon viel zu sehen. Besonders spannend war zu beobachten, wie die Einheimischen die Straßenverkehrsordnung interpretierten. Hier würde wohl einige Übung nötig sein, bevor wir uns über die Straße trauten. Ob "einfach loslaufen" wirklich so gut funktionieren würde, wie im Vorfeld gesagt worden war...?

Unsere Tage in Hanoi waren mit viel Programm gefüllt. Stadtbesichtigung, Besuch im Literaturtempel, Besuch einer vietnamesischen Schule - und dann noch die kulinarischen Ausflüge! Acht-Gänge-Menüs bekommt man in Deutschland ja eher selten. In Vietnam waren sie die Regel. Obwohl oft die Frage stand, was das eigentlich ist, was da auf dem Teller liegt... Zugegeben: Die Lehrer waren deutlich probierfreudiger als die meisten Schüler. Traditionell wurde es an unserem letzten Abend in Hanoi: ein Wasserpuppentheater wurde besucht. Ein solcher Theaterbesuch ist Pflicht bei einem Besuch in Vietnam. Die Tradition des Wasserpuppentheaters stammt vermutlich aus dem 11. Jahrhundert. Bei den Vorstellungen werden Szenen des alltäglichen Lebens in Vietnam gespielt. Die Puppen werden dabei mit langen Stangen in einem Wasserbecken bewegt.

Von Hanoi aus ging es weiter in die Halong-Bucht, um unter anderem eine Bootstour durch die Felsformationen der Bucht zu machen und natürlich auch zu baden. Schließlich hat man Temperaturen jenseits der 30°C nicht immer im Oktober. Dann hieß es aber schon wieder Kofferpacken und wir fuhren weiter nach Ninh Binh. Dort erwarteten uns eine Höhlentour und der Besuch einer traditionellen Tempelanlage.

Den Abschluss unserer Reise bildete der Aufenthalt in Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon). Auch hier gab es wieder viel zu entdecken. So haben wir unter anderem das sehr beeindruckende Kriegsmuseum besichtigt, waren im Wiedervereinigungspalast, konnten unser Verhandlungsgeschick beim Feilschen auf dem Markt austesten und haben das lang ersehnte Hard-Rock-Café besucht. Ein Badeausflug nach Vung Tau verlief leider nicht so wie geplant: Es regnete ununterbrochen.

Erschöpft, aber voller Eindrücke traten wir nach fast 10 Tagen Aufenthalt die Rückreise nach Deutschland an. Es war eine tolle Zeit, die wir in Vietnam verleben durften und es ist wirklich schade, dass sie so schnell vorbeiging. Und ja: wir können jetzt auch im vietnamesischen Straßenverkehr die Straße überqueren - auch wenn von allen Seiten gleichzeitig Mopeds auf uns zufahren! 