Es ist dunkel im Raum, etwa 30 Schüler und eine Handvoll Pädagogen sitzen im Publikum, es herrscht atemlose Stille. Auf der Bühne steht die Klasse 9b des europäischen Gymnasiums Meerane und spielt ihr Stück "Identität". Nach dem letzten Bild blendet der Licht-Techniker das Licht aus, die Stille hält noch kurz an, dann brandet der Applaus auf. Auf die anschließende Frage ans Publikum: "Was hat euch denn gut gefallen?" melden sich sofort mehrere Schüler, die ganz begeistert sind. Einer beschreibt, dass er Gänsehaut beim Zuschauen bekam, eine andere lobt besonders das chorische Sprechen der Gruppe und ein Schüler ist sich sicher: "Das war das beste Theaterstück von heute!" 

Wir befinden uns beim Schüler-Theater-Festival in Zwickau, einem Treffen von verschiedenen Theater-Gruppen der Schulen und es ist Montag der 16.04.18. Jede Gruppe stellt heute ihr Stück etwa 4-5 anderen Gruppen vor. Die Klasse 9b spielt im TiM, dem Theater in der Mühle, und im Publikum sitzen Schüler des Sandberg Gymnasiums, der Pestalozzi-Oberschule, der Humboldt-Oberschule und die Theater-AG des Europäischen Gymnasiums Meerane. Die Klasse 9b hat ihr Stück gemeinsam mit dem Theaterpädagogen Silvio Handrick entwickelt und wurde bei der Erarbeitung von Frau Klepzig und Herrn Kühne betreut. Die Fragen, die im Stück auftauchen, sind von den Schülern selbst gestellt worden, das macht wohl auch den Reiz aus, denn diese Fragen, so beschreibt es eine Schülerin im Publikum, sind Fragen, die sich die Jugendlichen auch selbst stellen. "Mutig" finden die Zuschauer die Schüler auch, da sie ja noch nicht lange in Deutschland leben und sich dennoch trauen, auf der Bühne laut und deutlich zu sprechen. Schließlich gibt es auch noch einen Tipp für die Gruppe: "Traut euch ruhig, noch langsamer zu sprechen, dann versteht man euch besser! Aber macht weiter so!"

Auch die Theater-AG unserer Schule hat am 16.4.18 ihren Auftritt im TiM, mit einigen Szenen aus dem aktuellen Stück "Die Räuberin". Da man das Stück in den wenigen Szenen nicht verstehen kann, erläutert Amy am Anfang den Zuschauern, worum es eigentlich geht. Es handelt sich um eine Adaption des Schiller Werks "Die Räuber". Nach dem Auftritt gab es für die AG-Gruppe auch einiges Lob, so gefiel den Zuschauern, dass die Räuber-Schauspieler etwas Komik eingebaut haben und die Szene zwischen Amal und Franziska wurde gelobt. Auch, dass wir Videos eingebaut hatten, hat dem Publikum gefallen. Empfohlen wurde, die Doppel-Besetzungen deutlicher im Kostüm zu unterscheiden und Sounds für die Pistolen zu verwenden. 

Am Dienstag konnten dann alle Teilnehmer einen Workshop besuchen. Es gab einiges zur Auswahl, von Musical-Jazz über Improvisation bis hin zu Bühnenkampf war alles dabei. Die anschließende Präsentation im Rathaus, bei der alle Workshops das neu Gelernte präsentierten, war ein großartiges Finale. 

(Juliane Klepzig)