Gedanken zu guter Schule heute
Eine aktuelle Bertelsmannstudie hat ermittelt: In Deutschland geben Eltern jährlich etwa 1,5 Millionen Euro für Nachhilfeunterricht ihrer Kinder aus. Dies geschieht aus der Sorge, ihren Kindern eine optimale Schulbildung und einen optimalen Schulabschluss zu ermöglichen. - Was öffentliche Schulen offensichtlich nicht mehr in jedem Fall alleine leisten können.
Wenn wir gefragt werden, was denn der Vorteil der Schulen unseres Trägers gemessen an öffentlichen Schulen sei, so lautet unsere Antwort u.a.: Bei uns braucht kein Schüler außerschulischen Nachhilfeunterricht zu belegen. Wir schauen uns jeden Schüler individuell an, helfen mit Förderunterricht, wenn sich aktuelle Wissenslücken offenbaren, schlagen aber auch dort, wo es sich anbietet und der Schüler dem zustimmt, Begabtenförderung vor.
Das ist eine Erklärung dafür, dass Nachhilfeunterricht außerhalb unserer Schule im Regelfall nicht notwendig ist.
Genauso entscheidend dafür ist ein Unterricht, der den Herausforderungen unserer Zeit gerecht wird, ohne jedoch mit Zeitgeisterscheinungen in Konkurrenz treten zu wollen. Unser heutiger Unterricht weist große Veränderungen zu dem Unterricht, den wir - die jetzt Erwachsenen - in unserem Schülerdasein kennengelernt haben. In der Vergangenheit war das Selbstverständnis vom System Schule in der Gestalt, das Wissen zu vermitteln, was als gesichert angesehen wurde. Noch heute funktionieren viele Schulen so. Schon wir als Schüler haben damals wahrscheinlich empfunden, dass die Schule mit diesem Anspruch hinter der aktuellen Wirklichkeit weit zurückbleibt. Heute erleben wir, dass sich die Welt so schnell verändert, dass allein die Vermittlung von Wissen die Vorbereitung „auf das Leben“ nicht mehr leisten kann.
Wir müssen heute in der Schule die Schüler darauf vorbereiten, mit Entwicklungen fertig zu werden und strategische Herausforderungen zu bewältigen, die wir jetzt noch gar nicht kennen. Wir, die Lehrenden, haben also nicht mehr nur die Aufgabe, Fakten und Werte zu transportieren, sondern die Schüler zu befähigen, durch eigenständiges und eigenverantwortliches Denken und Handeln selbstständig zu lernen - ein Leben lang. Dabei liegt der Schwerpunkt auf intelligentem Denken - und dies nicht nur als hedonistisches Einzelwesen, sondern als politisch und sozial agierender Mensch, der in der Lage ist, ebenso intelligente, gute und tragfähige Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Das System Schule muss heute auch soziale Intelligenz vermitteln.
Dieses selbstständige und kreative Lernen bedarf einer entsprechenden Lernumgebung. Dazu gehören kleine Klassen, ein respektvoller und freundlicher Umgang aller Beteiligten, der Wille zum individuellen Fördern bei den Lehrenden, aber auch der Wille bei den Schülern zu Anstrengungen und guten Leistungen sowie die Regeln dieser Gemeinschaft einzuhalten.
All dies ist unser Anspruch, die meisten Aspekte sind bereits selbstverständliche Wirklichkeit in unserem Schulalltag.